Donnerstag, 4. Februar 2016

#coveritis - Brauche ich wirkliche eine Cover?



Eine Cover-Maschine
brauche ich die überhaupt und was kann so eine Maschine?

Als ich vor einigen Jahren immer mehr Jersey und Sweat vernäht habe, war schnell klar, dass ich zu meiner Nähmaschine noch eine Overlockmaschine brauche. Viel länger habe ich schon überlegt, ob ich zu diesen beiden Maschinen auch wirklich noch eine Cover-Maschine benötige.


Auf den ersten Blick sehen sich eine Overlock und eine Cover-Maschine sehr ähnlich, auch das Stichbild ähnelt sich sehr und doch sind es zwei unterschiedliche Maschinen mit unterschiedlichen Funktionen.


Die größeren Unterschiede zwischen einer Overlock und einer Cover-Maschine kann man auf den zweiten Blick schon erkennen. Die Cover-Maschine hat kein Messer und kann somit den Stoff nicht schneiden. Außerdem kann bei der Cover-Maschine mit drei Nadeln (kein muss) genäht werden.

Was „kann“ eine Cover?
  •  mit der Cover-Maschine können Kleidungstücke professionell gesäumt werden (geh einmal an Deinen Kleiderschrank und schaue Dir ein Kauf-Shirt genau an. Der Saum, welcher aussieht als sei er mit einer Zwillingsnadel genäht, ist eine Covernaht)
  • die Cover-Maschine arbeitet schnell und präzise und der Saum wird nicht wellig, da der Stoff optimal transportiert wird
  • die Näht sind durch die Verkettung sehr haltbar und nicht mit der Naht einer Zwillingsnadel zu vergleichen
  • denn der Coverstich als Ziernaht eingesetzt wird, wird er zum absoluten Hingucker
  • durch unterschiedliche Nadelanzahl und Nadelpositionen kann das Stichbild verändert werden und die Naht wird breiter oder schmäler

 Was „kann“ eine Cover nicht?
  • sie schneidet den Stoff nicht (im Gegensatz zu einer Overlock)
  • sie kann nicht rückwärtsnähen, die Cover-Naht muss per Hand nachträglich gut gesichert werden

 Das „Können“ einer Cover-Maschine ist also schnell zusammengefasst auf zwei Punkte:

Säumen
Ziernähte

Nicht viel, oder? Zu dem „Nicht viel“ mischte sich bei mir dann auch immer wieder der Gedanke, ob mir eine Cover-Maschine das Geld wert ist und auch den Platz, den sie mit in meinem Nähzimmer „wegnehmen“ wird.

Wieso ich mir trotzdem eine Cover-Maschine gekauft habe?


  • der ausschlaggebende Punkt für mich war, dass ich haltbare und belastbare Säume an meinen Shirts haben möchte. Ich war es einfach leid, die Nähte der Zwillingsnadel immer wieder auszubessern. Außerdem wünschte ich mir ein gleichmäßiges Stichbild an allen Stellen des Shirts, also auch an den Nahtübergängen.
  • für mich ist es außerdem das größte Glück, ein genähtes Kleidungsstück in der Hand zu halten, welches professionell genäht ist, wo eine Unterscheidung von einem Kaufshirt fast nicht möglich ist. Da ist meine Nähmaschine einfach an ihre Grenze gestoßen


Die Entscheidung für eine Cover-Maschine war dann doch schnell getroffen, länger hat allerdings die Entscheidung für Hersteller / Modell gebraucht.

Ich habe mich (nach miserabler Beratung) für die Babylock BLCS entschieden und habe die Entscheidung für eine Cover-Maschine nie bereut. Auch nähe ich wirklich sehr, sehr gerne mit meiner BLCS, habe mich aber immer wieder gefragt, ob der sehr hohe Preis (UVP 1.398 EUR) im Vergleich mit anderen Herstellern gerechtfertigt ist, denn auch die BLCS hat ihre „Macken“ und ich ärgere mich immer mal wieder über sie.

An einem Nachmittag, an welchem ich für eine einzige Covernaht so lange gebraucht hatte wie für das Shirt selbst (jaja, auch das kommt leider immer mal wieder vor, zum Glück jedoch ganz selten), war ich irgendwann einfach nur gefrustet und die Idee geboren, dass ich über mehrere Monate im direkten Vergleich zur Babylock BLCS die Cover-Maschinen der Hersteller Bernina und Janome


teste. 

Ich wollte vor allen Dingen folgendes herausfinden:

Ist der hohe Preis der BLCS gerechtfertigt?
Wieso liest man deutlich mehr Klagen über Fehlstiche bei Bernina und Janome?
 
Ich setzte mir zum Ziel, aus jeder Maschine das Bestmögliche herauszuholen…

Ob das geklappt hat werde ich Euch die nächsten Wochen hier erzählen und ich werde selbstverständlich jede der drei Maschinen ausführlich vorstellen.

Herzlichst,
Tessa

Mittwoch, 3. Februar 2016

*Kleines LEBENSzeichen*



Hallo Ihr Lieben,

lange, lange war es hier sehr ruhig… ich wünsche Euch jedenfalls noch alles Gute für ein buntes, kreatives 2016, wünscht man das überhaupt noch, wenn schon 1/12 vom Jahr rum ist???


Egal, gute Wünsche kann man ja immer gut gebrauchen, oder? Jedenfalls wird unser Jahr wohl sehr aufregend und ereignisreich… ein Umzug quer durch Deutschland steht an und ich bin gerade die Woche über mit dem Klein Gemüse allein… eine ganz schöne Umstellung ist das und ich muss sehr gut planen, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Neben allem, was es noch so zu regeln gibt, nähe ich fleißig für mich (und die Kinder), ich bin schon sehr auf Frühling eingestellt. Auf Insta *hier* habe ich schon ein paar Fotos gezeigt.


Zum ersten Mal überhaupt habe ich Double Gauze aus dem wunderbar neuen Stoffbüro zu einem Tuch vernäht. Einfach einmal komplett mit Rollsaum versehen und in weniger als 10 Minuten war mein neues Lieblingstuch fertig, soooo schöne Farben und passend zu fast allen meinen Oberteilen und Jacken – perfekt.


Außerdem teste ich gerade seit einiger Zeit verschiedene Cover-Maschinen, ganz bald schon werde ich darüber ausführlich berichten…
 
 
In jeder freien Minute versuche ich, meine Stickkenntnisse zu erweitern und habe mich das erste Mal an ein Jäckchen gewagt (mehr davon könnt Ihr *hier* sehen).

So, nun habe ich endlich mal ein kleines Lebenszeichen von mir hier gelassen, ich gelobe Besserung und werde Euch die nächsten Tage ein bisschen was über die Cover-Maschinen erzählen….

Herzlichst,
Tessa

Donnerstag, 3. Dezember 2015

#bethiouagoescardigan



Schon lange wollte ich mir eine unkomplizierte Sweatjacke nähen und fast genauso lange wollte ich einmal ausprobieren, ob ich den Schnitt Bethioua von Ellepuls (auch hier große Bethioua-Liebe) mit wenigen Änderungen in ein Cardigan umwandeln kann.


Als dann der Bio-Vintage-Sweat mit passendem Bündchen aus dem Stoffbüro hier eintraf, wagte ich es.

 
Ich habe Bethioua schon einmal aus Sweat genäht (*klick* hier nehme ich eine Nummer größer als für eine Bethioua aus Jersey), so dass ich bereits wusste, von welcher Größe ich im Schnittmuster ausgehen muss.

Zuerst habe ich den Schnitt auf die gewünschte Jackenlänge verlängert, den Saum hinten habe ich so beibehalten. Das Vorderteil habe ich im Bruch auseinandergeschnitten und bei dem durch den Schnitt neu entstandenen Vorderteil ca. 5 cm Weite weggenommen. 

 

 
Bei dem neuen Vorderteil habe ich dann noch den Ausschnitt abgerundet (siehe Fotos; das ist wichtig, damit der angesetzte Kragen schön fällt).

Um wirklich sicher zu gehen, dass ich meine Idee auch richtig auf dem Schnittmuster umgesetzt habe, nähte ich zuerst eine Probejacke aus einer alten Fleecedecke. Hier nahm ich dann nochmals eine kleine Korrektur in der Länge vor.

Nachdem ich die einzelnen Schnittteile aus dem Sweat zusammengenäht habe, habe ich mir die Länge des anzusetzenden Kragens ausgemessen. Ich habe einmal vom Saum rechtes Vorderteil über Schulter und Hals bis zum Saum linkes Vorderteil gemessen und den Saum wieder abgezogen (6 cm für 2 x 3 cm Saum) und an beiden Seiten eine Nahtzugabe dazugegeben.

Mein angesetzter Kragen hat eine Breite von 15 cm im Bruch (also zugeschnitten eine Breite von 30 cm). Für meinen Geschmack dürften das auch gerne 20 cm sein, aber ich hatte leider nicht mehr Stoff.

 
Der zugeschnittene Streifen wird dann links auf links an den kurzen Enden zusammen genäht, gewendet und dann an die Jacke genäht. Ich gehe dabei so vor: Ich fange an der Halsmitte an und nähe erst die eine und dann die andere Seite mit einem lang gestellten Geradstich mit der Nähmaschine. Dann überprüfe ich, ob sich nichts verzogen hat (ganz wichtig!!!) und ob der angesetzte Streifen auf gleicher Höhe endet. Wenn alles tipitopi ist, nähe ich mit der Ovi noch einmal drüber und lasse die vorherige Naht in der Ovinaht verschwinden.

 
Der angesetzte Streifen sollte im Idealfall (dann hast Du Dich eben nicht vermessen) ca. 3 cm vor der Saumkante enden. Diese Kante wird nun noch nach innen umgeschlagen und festgenäht, anziehen und sich freuen!

Ich bin ganz verliebt in meine Bethouia-Sweat-Jacke und möchte sie am liebsten ununterbrochen tragen… werde ich auch machen und weil sie, was ganz ungewohnt für mich ist, keinen Verschluss hat, muss ich mir wohl viele tolle Shirts für unten drunter nähen (meine Stofflieblinge für Shirts sind gerade diese *hier* und  *hier* und *hier*). Außerdem gibt es den Vintage-Sweat noch in einigen anderen tollen Farben, da könnte ich mir glatt überlegen, noch einen Cardigan hinterher zu nähen...

Herzlichst,
Tessa

Solltet Ihr Fragen haben, diese beantworte ich Euch natürlich sehr gerne, hinterlasst einfach einen Kommentar und ich antworte direkt hier auf den Kommentar!
Wenn Ihr auch eine Cardigen-Bethioua näht, dann zeigt sie mir unter #bethiougoescardigan

Mittwoch, 25. November 2015

*NEUES von der ÖSENfront*




 Ösen – immer noch für viele ein rotes Tuch, zumindest entnehme ich das Euren Kommentaren hier und ich bekomme auch ab und an eine Mail mit Fragen zu den Ösen.

Wie ich meine Ösen befestige habe ich *hier* schon einmal ausführlich gezeigt und bisher hat sich noch NIE eine Öse gelockert oder ist gar ganz abgegangen.

Ganz, ganz wichtig ist, dass Ihr den Stoff ordentlich verstärkt (je dehnbarer und dünner der Stoff, umso mehr verstärken) und das Loch auf gar keinen Fall mit dem in der Packung liegenden Werkzeug in den Stoff schlagt.

Ich schneide mir zuerst ein winzig kleines Loch an die Stelle wo die Öse sitzen soll (dafür nehme ich diese Schere, schön scharf und sehr spitz), dann schneide ich das Loch ein wenig größer und drücke die Öse versuchsweise in den Stoff. Da merkt man dann ganz schnell, ob das Loch noch vergrößert werden muss. Die Öse muss auf jeden Fall mit Druck durch das Loch gesteckt werden, denn je fester sie dort schon im Stoff sitzt, umso fester sitzt sie hinterher.

Zum Befestigen der Ösen verwende ich ausschließlich die Vario-Zange von Prym (*hier* über den Nähpark).

Jetzt aber zu meinem neusten "Öseneinschlagwerkzeug":


Vor einigen Wochen habe ich meine Ösenzange um eine „Einschlaghilfe“ für Ösen (*hier* ebenfalls über den Nähpark) erweitert und bin ganz angetan von ihr.


Wofür ich so etwas brauche, wo ich doch eine Ösenzange habe… tja, also die Sache ist so: 
Viele genäht Dinge „entstehen“ bei mir, Ideen zu Details kommen mir während des Nähens (oder wenn ich einfach keinen konkreten Plan habe *hüstel*) und da kann es durchaus schon einmal vorkommen, dass ich gerne eine Öse an einer Stelle haben möchte, welche aber dann schon ganz und gar nicht mehr mit der Zange zu erreichen ist (oder weil ich vorher zu faul war, den Stoff zu verstärken, ein Quadrat aufzusteppen, ein Loch zu schneiden und eine Öse einzuhauen und stattdessen einfach genäht habe und mich dann kurze Zeit später in den H*** beißen könnte wegen meiner Faulheit…), genau da ist die Einschlaghilfe total genial.



Auch hier sitzt die Öse wirklich sehr, sehr fest (aber auch hier ist es für den Halt ausschlaggebend, dass das Loch kleiner und mit der Schere geschnitten wird). Ich habe das kleine Ufo die Einschlaghilfe nun schon öfters eingesetzt (ähm, aus welchen der o. g. Gründen verrate ich Euch jetzt mal nicht…) und möchte sie nicht mehr missen.

 
Die Vario-Zange ist bei mir immer noch die erste Wahl beim Befestigen der Ösen aber gerade an schwer zu erreichenden Stellen ist das Anbringen der Ösen dank des Dreibein nun auch absolut easy.


Das Dreibein (wie auch die Zange) kann man übrigens auch zum Einschlagen von Druckknöpfen verwenden und nun hat meine Tasche endlich den Knopf bekommen, welchen ich immer wieder sehr vermisst habe.

Herzlichst,
Tessa